Die Novelle “Kleider machen Leute” von Gottfried Keller aus dem Jahr 1874 schien eine lange Zeit zu zeigen,dass man Menschen anhand ihrer Kleidung einer sozialen Schicht zuordnen konnte. Doch wie ist das heute? Besitzt Mode inzwischen eine ganz andere Funktion in unserer Zeit?
Dr. Dr. Heinz Abels vom Institut für Soziologie der FernUniversität Hagen sagt dazu: “Mode integriert, zeigt Individualität und grenzt aber auch ab.” Durch das Tragen von Kleidung kann man auch heute noch eine bestimmte Gruppenzugehörigkeit zeigen,allerdings gibt es heututage keine Gesetze und Vorschriften mehr,welcher “Stand” sich wie zu kleiden hat. Die Entscheidung für einen bestimmten Kleidungsstil ist immer selbstbestimmt,hat aber,wenn auch häufig unbewusst, bestimme Gründe: “Wir gleichen uns zum Beispiel Leuten an, die uns wichtig sind, um ihre Anerkennung und Unterstützung zu bekommen.”
Besonders in der Jugend spielt Mode noch eine größere Bedeutung. Jugendliche wollen einen Kleidungsstil kopieren, um einer bestimmten Bezugsgruppe anzugehören.Zudem werden durch die eigene Kleiderauswahl auch die Geschlechterrollen erstmals selbst definiert, um sich von den Mädchen bzw. den Jungen abzugrenzen.
Dass Jugendliche ihre Zeit also lieber in einem Mode Portal als auf einer E-Learning-Plattform verbringen, ist deshalb nicht verwunderlich.
Gastautorin Laura Baumann